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Schlüssel zum Erfolg: Was macht Stromnetze energiewendetauglich?

17. Göttinger Tagung zu aktuellen Entwicklungen des Energieversorgungssystems

05. bis 06. Mai 2026 in der Alten Mensa Göttingen

Alle von den Referent:innen freigegebenen Präsentationsfolien sind nachfolgend direkt im Programm verlinkt.

Insbesondere in den Stromverteilernetzen passiert gerade sehr viel hinsichtlich der technischen Aufrüstung zur Energiewendetauglichkeit und Digitalisierung. Deshalb wurden bei der 17. Göttinger Energietagung speziell die Erfolgsfaktoren für energiewendetaugliche Stromnetze in den Blick genommen und von den Referent:innen gemeinsam mit einem breiten Fachpublikum vertieft analysiert.

Netzbetreiber, Dienstleister und weitere Akteure hinter den Anwendungen waren angesprochen, die Funktionalität ihrer Tools und die technischen Details dahinter zu erläutern. Forschende erhielten Raum, um den aktuellen Stand der Wissenschaft in die Diskussion einzubringen. Und auch die Erwartungen und Bedürfnisse der Netznutzenden kamen intensiv zur Sprache. 

Das Ergebnis: Noch ist einiges zu tun, bis die Stromnetze wirklich energiewendetauglich sind. Welche Faktoren diese Tauglichkeit maßgeblich befördern können – genau dieser Frage widmeten sich die rund 200 Referent:innen und Teilnehmer:innen bei der gemeinsam von der Bundesnetzagentur und dem Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (efzn)  ausgerichteten Göttinger Energietagung. 

„Wir befinden uns inmitten einer Umbruchphase in der Energieinfrastruktur. Dies stellt neue Anforderungen an die Digitalisierung der Netze. Um die Energieversorgung in Deutschland praxistauglich und zukunftssicher aufzustellen, braucht es einen konstruktiven Austausch zwischen Unternehmen, Netzbetreibern, Wissenschaft und weiteren Akteuren. Die Göttinger Energietagung hat hierfür wichtige Impulse geliefert.“ sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.

„Von Einblicken in aktuelle Forschung bis zu Berichten aus der Praxis der fortschrittlicher Verteilnetzbetreiber zeigte sich: Digitalisierung ist der Schlüssel für einen effizienten und kostbaren Umgang mit der knappen Ressource Netzkapazität. Intelligente Datenanalysen, Transparenz in Echtzeit und digitale Steuerung helfen dabei, vorhandene Netze besser auszulasten, Engpässe frühzeitig zu erkennen und Investitionen in den Netzausbau gezielt einzusetzen," sagt Prof. Dr.-Ing. Bernd Engel, stellvertretender Vorstandssprecher des Energie-Forschungszentrums Niedersachsen. 

In Vorträgen, Fachforen und Diskussionsformaten wurden insbesondere diese Fragen intensiv thematisiert und diskutiert: 

  • Wie lässt sich bessere Kenntnis von Netzzuständen erlangen?
  • Wie lässt sich die Netzplanung optimieren?
  • Wie ist ein sinnvoller Umgang mit der knappen Ressource Netz möglich?
  • Welche Erwartungen und Bedürfnisse haben die Netznutzenden?
  • Welche Rolle spielen konzeptionelle, zukunftsgewandte und kontroverse Themen wie Kooperationen und Standards? 
  • Welche weitere Schlüsselelemente für mehr Energiewendetauglichkeit gibt es?

Beim interaktiven Resümee am Ende des zweiten Tages waren alle Teilnehmenden gleichermaßen gefordert. Im Zuge einer Mentimeter-Echtzeit-Umfrage galt es für sie, verschiedene Fragen zu beantworten: 

  • Welche digitale Anwendung ist am wichtigsten für einen zukunftsfesten Netzbetrieb? 
  • Wo sind Kooperationen besonders sinnvoll?
  • Wo besteht der größte Harmonisierungsbedarf im Netz?
  • Was ist die größte Herausforderung beim Thema Netzanschluss?
  • Was ist der Schlüssel zum Erfolg? 

Die Abstimmung ergab, dass durchaus noch einiges an Optimierungsbedarf herrscht. Als größte Herausforderung nannten die Tagenden die aktuell als begrenzt und nicht ausreichend empfundenen (Netzanschluss)Kapazitäten. Als zentrale Schlüssel zum Erfolg, um Stromnetze energiewendetauglich zu machen, sehen die Teilnehmenden insbesondere die Vernetzung energiewirtschaftlicher Akteure und den Netzausbau an.

Als für einen zukunftsfesten Netzbetrieb wichtigste digitale Anwendungen wurden diejenigen zur Beobachtbarkeit von Netzzuständen betrachtet, gefolgt von solchen zur Netzplanung. Der größte Harmonisierungsbedarf besteht für die Teilnehmer:innen der Tagung in den technischen Spezifikationen (auch über die TAR hinaus). Kooperationen betrachten sie als besonders sinnvoll in den Bereichen Datenmanagement/IT, Netzbetrieb und Beschaffung. 

Programm

Alle von den Referent:innen freigegebenen Präsentationsfolien sind nachfolgend direkt im Programm verlinkt.

Tag 1: Dienstag, 5. Mai 2026

Moderation: Barbie Kornelia Haller (Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur)

ab 9:30 UhrBegrüßungskaffee
10:00 - 10:30 UhrBegrüßung durch Bundesnetzagentur und efzn
Klaus Müller (Bundesnetzagentur)
Prof. Dr.-Ing. Bernd Engel (efzn-Vorstand) (pdf-Download)
10:30 - 11:00 UhrEinführung durch die Bundesnetzagentur (pdf-Download)
Achim Zerres (Bundesnetzagentur) 
11:00 - 12:00 Uhr

Türöffner zum Maschinenraum: Praxisimpulse zur Energiewendetauglichkeit 

  • Webportal für den Netzanschluss (Thomas Wittek, Adesso) (pdf-Download)
  • Modulare Systeme (Sonja Becker, PSI Software)
  • Beobachtbarkeit von Netzzuständen mittels Sensorik und Drohnentechnologie (Gerhard Biedenbach, Heimdall Power) (pdf-Download)
  • Software zur automatisierten Netzplanung (Dr. Felix Nolteernsting, IAV) (pdf-Download)
  • Digitaler Zwilling – einfach erklärt (Dr. Philipp Huppertz, GridCal) (pdf-Download)
12:00 - 12:30 UhrWeg vom blinden Fleck: Anwendungen zur Beobachtbarkeit von Netzzuständen (pdf-Download)
Oliver Deuschle (Smight)
 
12:30 - 12:45 UhrBlitzlichtrunde zur efzn-Posterausstellung
12:45 - 14:00 UhrMittagspause
14:00 - 14:30 Uhr

FCA: Puzzlestück für beschleunigten Netzanschluss und stärkere Synchronisation von EE- und Netzausbau? (pdf-Download)
Constanze Hartmann (BDEW)

14:30 - 16:30 Uhr

Fachforum 1: Bitte bleiben Sie in der Leitung – innovative Digital-Ideen für den Netzbetrieb 
Leitung: Dr. Michael Brand (OFFIS Oldenburg) (pdf-Download)

Impulse:

Fachforum 2: Ein Anschluss unter dieser Nummer – unverbindliche Netzanschlussauskunft leicht gemacht
Leitung: Miriam Oligmüller-Kerner (Bundesnetzagentur)

Impulse:

Fachforum 3: Unter Strom – Umgang mit der knappen Ressource Netz am Puls der Zeit
Leitung: Tanja Held (Bundesnetzagentur)

Impulse:

16:30 - 17:15 UhrKaffeepause
17:15 - 17:45 UhrErkenntnisse aus den Fachforen – Kurzinterviews mit den Fachforumsleitenden
17:45 - 18:15 UhrAktueller Stand der Dinge beim Netzanschluss aus Sicht des Bundeswirtschaftsministeriums
Dr. Arne Genz (BMWE)
ab 19:00 Gemeinsames Abendessen im DT Keller & Bistro im Deutschen Theater Göttingen, Theaterplatz 11 ( Google Maps | OpenStreetMap )

Tag 2: Mittwoch, 6. Mai 2026

Moderation: Yvonne Grösch (Unterabteilungsleiterin 61, Bundesnetzagentur)

09:15Begrüßung zum 2. Konferenztag
09:30 – 10:30

Paneldiskussion: Kooperationen und Standards – freiwillig oder forciert?

  • Jörg Geurink (EHA)
  • Anke Hüneburg (ZVEI)
  • Tim Stieger (Wemag Netz)
  • Thomas Twickler (E.ON) 
10:30 – 11:00Netzanschlussregime – vom Flickenteppich zur Partitur? (pdf-Download)
Dr. Sandra Maeding (BDEW)
11:00 – 11:45Kaffeepause
11:45 – 12:15Mehrwert von KI für Planung und Betrieb im Verteilnetz (pdf-Download)
Dr. Andreas Kubis (c.con Management Consulting)
12:15 – 12:45Niederländische Erfahrungen beim Netzanschluss
Dr. Dirk Kuiken (Enexis)
12:45 – 13:15Ausblick (pdf-Download)
Prof. Dr. Anke Weidlich (Universität Freiburg)
13:15 – 13:30Digitales Resümee (pdf-Download der Umfrageergebnisse)

mit vollständigem Programm

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