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10. Niedersächsische Energietage: Forderungskatalog an die Politik zum Thema Sektorkopplung erarbeitet



NET2017 (von links): Franz-Wilhelm Löbe (Siemens AG), Stefan Wenzel (Nds. Umweltminister), Prof. Dr. Carsten Agert (Vorstandssprecher EFZN), Dr. Wolfgang Dietze (Geschäftsführer EFZN-Geschäftsstelle). Foto: Christian Ballé

Die Teilnehmer der Abschlussdiskussion (von links): Moderatorin Tanja Föhr, Prof. Dr. Michael Weinhold (Siemens AG), Dr. Jens Traupe (Salzgitter AG), Dr. Stephan Tenge (Avacon AG), Prof. Dr. Carsten Agert (Vorstandssprecher EFZN), Stefan Wenzel (Nds. Umweltminister), Dr. Jens Winkler (ENERCON GmbH). Foto: Christian Ballé

Hannover. Unter dem Titel „Think Big! Sektorkopplung visionär“ fanden am 7. und 8. November 2017 die vom Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) organisierten 10. Niedersächsischen Energietage (NET) statt. Unter der Schirmherrschaft von Niedersachsens Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Stefan Wenzel diskutierten im Alten Rathaus in Hannover rund 200 Teilnehmer aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft dieses für die Energiewende und für Niedersachsen hochaktuelle Thema. Ergebnis der Veranstaltung ist ein Forderungskatalog an die künftige Niedersächsische Landesregierung.

„Mit den Niedersächsischen Energietagen pflegen wir im Land eine sehr lebendige Diskussionskultur, von der seit Jahren entscheidende Impulse für die Energiewende ausgehen“, stimmte Minister Wenzel die Teilnehmenden auf die Veranstaltung ein. Die Energiewende benötige mehr Drive, mehr Kraft und mehr Geschwindigkeit, um die im Pariser Klimaabkommen formulierten Ziele für das Jahr 2050 erreichen zu können. Nur durch eine stärkere Dekarbonisierung der Sektoren Wärme und Verkehr könne die CO2-Bilanz Deutschlands entscheidend verbessert werden. Das Thema Sektorkopplung gewinnt daher für die Energiewende zunehmend an Bedeutung. Es in den Mittelpunkt der diesjährigen Niedersächsischen Energietage zu stellen, sei daher eine treffende Wahl des Programmkomitees gewesen, so der Minister.

„Durch den steigenden Anteil erneuerbarer Energien haben wir es auf der systemischen Ebene mit Herausforderungen einer ganz neuen Qualität zu tun. Hier ist die Energieforschung gefragt, weitsichtige Lösungsansätze zu entwickeln“, sagt Professor Carsten Agert, Vorstandssprecher des EFZN und Leiter des Oldenburger DLR-Instituts für Vernetze Energiesysteme. Vorrangige Aufgabe sei es, trotz schwankender Stromerzeugung aus Wind und Sonne eine stabile, sichere und wirtschaftliche Versorgung sicherzustellen. „Unser Ziel muss eine durchdachte und von der Bevölkerung unterstützte Fortführung der Energiewende sein. Deshalb sollte die kommende Landesregierung einen „Masterplan Power-to-X und Sektorkopplung“ unter Beteiligung von Wissenschaft und Gesellschaft entwickeln.“

Über die Bedeutung der Sektorkopplung als entscheidendes Instrument für das Gelingen der Energiewende waren sich in der Folge alle Teilnehmenden einig. Notwendig sei ein integriertes Gesamtkonzept, was auch beinhalte, die Zusammenarbeit im internationalen Kontext voranzutreiben. Auf dem deutschen Markt müsse ein sogenanntes „Level Playing Field“ geschaffen werden: Die vorhandenen Technologien müssten auf einen Rahmen treffen, der es ermöglicht, dass sich ihre wirtschaftliche Effizienz durchsetzt. Heute sind effiziente strombasierte Anwendungen wie Wärmepumpen im Vergleich zu konventionellen Energieträgern wesentlich stärker mit staatlichen Preisbestandteilen belastet, was als Hemmschuh empfunden wird.

Das Veranstaltungskonzept der Niedersächsischen Energietage beinhaltete eine Mischung aus Plenarvorträgen und inhaltlich vertiefter Arbeit. In vier parallelen Fachforen diskutierten die Teilnehmer engagiert über verschiedene Aspekte der Sektorkopplung aus technischen und gesellschaftlichen Blickwinkeln. Neben der Dekarbonisierung des Gesamtsystems war in einem der Foren die Perspektive des Stromnetzes in Hinblick auf die Sektorkopplung Gegenstand der Arbeit. In einem anderen wurde nach der Verantwortung des Bürgers gefragt, während eine weitere Gruppe ihren Sachverstand einbrachte, um Thesen über die Schlüsseltechnologien zur Sektorkopplung heute und in Zukunft herauszuarbeiten. Ein mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik hochkarätig besetztes Podium diskutierte die Vorschläge im Anschluss lebhaft und kontrovers im Plenum. Der auf diese Weise transdisziplinär erarbeitete Forderungskatalog zum Thema Sektorkopplung wird im Nachgang zur Tagung zeitnah als NET-Ergebnisbroschüre veröffentlicht und an die neue Niedersächsische Landesregierung kommuniziert.

Dr. Wolfgang Dietze, Geschäftsführer der EFZN-Geschäftsstelle, zog stellvertretend für das Programmkomitee in seinem Schlusswort ein zufriedenes Fazit. Aus seiner Sicht sei das Ziel des Programmkomitees, das Thema Sektorkopplung „Think Big“, also „über den Tellerrand hinaus“, zu behandeln, erreicht worden. Nun käme es darauf an, den mit den diesjährigen Energietagen angestoßenen branchen- und disziplinübergreifenden Dialog konstruktiv fortzuführen. Durch Veranstaltungen wie diese, aber auch durch gemeinsame Projekte, wolle das EFZN aktiv seinen Beitrag dazu leisten.

 

 

Kontakt:

EFZN-Geschäftsstelle

Diana Schneider, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,

diana.schneider@efzn.de

05321/3816-8016 

 

 








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10.11.2017 14:05
 

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