EFZN



Power to Heat

Die Dialogplattform Power to Heat wird vom Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) durchgeführt. Zielgruppe sind Industrie­unternehmen als Anbieter und Nutzer von Power to Heat, Forschungsinstitute, Energie­versorgungs-Unternehmen aus den Bereichen Strom und Wärme, Contracting-Unternehmen, Unternehmen der technischen Gebäude-Ausstattung und der Immobilienwirtschaft, sowie Verbände und Fachministerien.

3. Dialogplattform Power to Heat am 15.+16.Mai 2017 in BERLIN.

Die nächste Dialogplattform Power to Heat veranstalten wir in Kooperation mit der Energietechnischen Gesellschaft (ETG) des VDE in der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin. Ein Schwerpunkt der Tagung soll der politisch-regulatorische Rahmen für den wirtschaftlichen Betrieb von PtH-Anlagen sein. Weitere Details finden Sie im Call for Abstracts. Aktuelle Infos werden auf der Webseite des VDE geführt.

Power to Heat - Technische, wirtschaftliche und regulatorische Grundlagen

(Autor: Friederike Kaiser, Goslar, 16.07.2016)

Unter Power to Heat wird die Nutzung von Strom zur Bereitstellung von Wärme verstanden. Es handelt sich also um eine Technologie zur Sektorkopplung von Strom- und Wärmemarkt. Die technische Umsetzung ist relativ einfach - schon ein haushaltsüblicher Wasserkocher ist eine Power to Heat Anlage. Im industriellen Maßstab sind die Anforderungen und möglichen Ausführungen vielfältig, oftmals komplexer und wesentlich leistungsfähiger. Die Nutzung von Strom zur Bereitstellung von Wärme ist bereits seit Jahrzehnten im industriellen Einsatz, z.B. die elektrische Begleitheizung in verfahrenstechnischen Prozessen, elektrisch beheizte Öl- oder Wassertanks u.v.m. Dabei kann die Leistung einer Power to Heat-Anlage - je nach Anwendungsfall - als Regelenergie vermarktet werden. In Frage kommen alle Regelenergiearten: Primärregelung, die symetrisch angeboten werden muss und daher die spezielle Konstellation einer Power to Heat Anlage erfordert, die im Allgemeinen auf mittlerer Nennlast operiert und bei Abruf der negativen Primärregelleistung die Last erhöht, bzw. bei Abruf der positiven Primärregelleistung die Last reduziert. Bei Sekundärregelleistung kann nur negative oder nur positive Regelleistung angeboten werden. Über die letzten Jahre sind die Erlöse aus dem Regelenergiemarkt jedoch stark zurückgegangen, obwohl man mit steigenden Anteil fluktuierender erneuerbaren Energien, wie Wind und Photovoltaik, das Gegenteil erwarten könnte. Als neuer Anwendungsbereich für Power to Heat ist es nun auch denkbar ansonsten abgeregelten Strom (Stichwort Einspeisemanagement) in Wärme zu wandeln und diesen dann Wärme-Nutzern, wie einem Fernwärmenetz, zur Verfügung zu stellen. Diese Systemdienstleistung ist aus ökologischer Sicht überaus sinnvoll, da fossile Brennstoffe, die ansonsten zur Wärmeerzeugung benötigt würden, eingespart werden. Allerdings ist dies derzeit aus regulatorisch-wirtschaftlichen Gründen nicht in der Praxis umgesetzt, da dem Windmüller der abgeregelte Strom gemäß Härtefallentschädigung vergütet wird, also kein wirtschaftlicher Anreiz besteht die Abregelung, z.B. durch Power to Heat oder durch Stromspeicherung, zu vermeiden.

Ausrichtung der Dialogplattform Power to Heat

Die Dialogplattform Power to Heat hat folgende Ziele: 

  1. Die Dialogplattform Power to Heat ist ein transdisziplinäres Forum und bietet die Möglichkeit technische, wirtschaftliche und rechtliche Fragestellungen zu diskutieren, neue Projekte, Produkte und Verfahren vorzustellen sowie über Erfahrungen mit bestehenden Anlagen zu berichten.
  2. Die Auswirkung von Power to Heat auf das Energieversorgungssystem und den Klimaschutz sollen diskutiert werden mit dem Ziel Strom aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen besser in das Stromnetz integrieren zu können.
  3. Die Gestaltung des regulatorischen Rahmens ist dabei ein ganz wesentlicher Aspekt, da sich die rechtliche/wirtschaftliche Kopplung von Strom und Wärmemarkt als Nadelöhr erweist, während die technische Umsetzung schon heute Stand der Technik ist.
  4. Die Dialogplattform Power to Heat soll auch dazu beitragen, technische und planerische Hemmnisse zur Umsetzung von Power to Heat Lösungen zu beseitigen und den betriebswirtschaftlichen Nutzen für unterschiedliche Installations- und Betriebsbedingungen herauszuarbeiten. 

In der Arbeit der Dialogplattform wird die zunehmende Interaktion von Strom-, Wärme- und Gasnetzen sektorenübergreifend betrachtet und die gemeinsame technische und wirtschaftliche Optimierung als Aufgabe gesehen. Dies betrifft vor allem eine übergreifende Regulierung, damit die Potentiale aller Energie-Versorgungssysteme ausgeschöpft werden können und dabei -technologieoffen- ein volkswirtschaftliches Optimum gefunden werden kann.

Die 1. Dialogplattform Power to Heat fand 2015 statt - Zusammenfassung und Vorträge siehe hier, der Tagungsband ist im Cuvillier Verlag erschienen - ISBN: 978-3-7369-9060-9.

Die 2. Dialogplattform Power to Heat fand 2016 statt - Zusammenfassung und Vorträge siehe hier, der Tagungsband ist im Cuvillier Verlag erschienen - ISBN: 978-3-7369-9265-8.

Kontakt

p2h@efzn.de

 

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