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Reallabor 70 GW Offshore Wind

In der Nordsee soll in den nächsten Jahren durch einen umfangreichen Ausbau der Offshore-Windenergie das größte Kraftwerk für erneuerbare Energien entwickelt werden. Neben technischen und planerischen Herausforderungen müssen auch Fragen der nachhaltigen maritimen Raumnutzung und der marinen Folgewirkung sowie die gesellschaftlichen und strukturellen Veränderungen in den Küstenregionen mit berücksichtigt werden. Diesen Prozess begleiten wir mit dem Reallabor in den nächsten fünf Jahren.

Hier gibt es mehr Informationen zum Konzept des Reallabors und zur aktuellen Forschung.

Ziele, Methoden und Innovationsbereiche

Motivation und Forschungsansatz

Mit einer geplanten installierten Leistung von über 300 GW wird die Offshore-Windenergie in der Nordsee in Zukunft maßgeblich zur Energieversorgung Europas beitragen. Deutschland will bis 2045 mit 70 GW zu diesem Ziel beitragen. Um dieses Ziel zu erreichen müssen technische Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette entwickelt werden.

Im Reallabor 70 GW Offshore Wind soll eine ganzheitliche sozio-technische Betrachtung des bis 2045 vorgesehenen Ausbaus der Windenergie in der deutschen Nordsee durchgeführt werden. Grundlagen und Bausteine möglicher Entwicklungspfade zum Erreichen der 70 GW Offshore-Leistung sollen erarbeitet und in Handlungsempfehlungen überführt werden. Die technischen Innovationen werden im Schulterschluss mit der Windbranche als Stellschraube für einen nachhaltigen Ausbau eingesetzt.

Das Reallabor arbeitet an realweltlichen Problemstellungen, die transdisziplinär mit außerwissenschaftlichen Akteur:innen entwickelt, bearbeitet und bewertet werden. Dieser Ansatz bringt Forschende, Behörden, zivilgesellschaftliche Gruppen, Industrieunternehmen, Medienvertreter und weitere Stakeholder zusammen.

 

Innovationsbereiche

Name

Forschungsfragen

I. Gesellschaft

Konfliktpotenziale, Chancen und Gelingensbedingungen des geplanten Offshore-Ausbaus. Lösungsorientierte Beteiligungsprozesse und techno-ökonomische Fragestellungen.

II. Marine Raumplanung

Analyse unterschiedlicher Ausbaustrategien in der Deutschen Bucht anhand von mesoskaligen Modellen und Vorbereitung einer nachhaltigen maritimen Raumordnung.

III. Life-Cycle Management von Turbinen

Analyse der Alterung bestehender Anlagen sowie die Verbesserung des Ermüdungsverhaltens und der Lebensdauern von Turbinen und Windparks.

IV. Systemintegration und Aerodynamik

Windparkregelung, die auf Kürzestfristleistungsprognosen basiert, und Planung und Integration noch größerer Turbinen für den On- und Offshore-Bereich.

V. Marine Folgen

Erhebung belastbarer Felddaten zum Einfluss des Offshore-Windenergieausbaus auf meeresphysikalische Prozesse. Bewertung von Auswirkungen auf die marine Umwelt. Strategien und Empfehlungen für die Erfassung und Reduzierung dieser Auswirkungen.

Beteiligte Institutionen

Das Reallabor 70 GW Offshore Wind wurde beantragt durch 

  • Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
  • Leibniz Universität Hannover 

als Mitglieder von ForWind - Zentrum für Windenergieforschung. 

Durchgeführt wird das Vorhaben gemeinsam mit

  • Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme
  • Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) an der Georg-August-Universität
  • Helmholtz-Zentrum Hereon
  • Technische Universität Braunschweig

Sprecher:innen

Prof. Dr. Kerstin Avila
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Prof. Dr.-Ing. habil. Torsten Schlurmann
Leibniz Universität Hannover

Koordination

Dr. Stephan Barth 
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg / ForWind