Geoenergiesysteme
Niedersachsen zum Vorreiter bei der regenerativen Nutzung von Georeservoiren machen: Das ist kein geringes Ziel. Und doch ist es genau das, was die TEN.efzn-Forschungsplattform Geoenergiesysteme verfolgt.
Das Potenzial für eine ausgesprochen effektive Nutzung von Geoenergie im Land liegt nämlich bereits unter Tage vor. Die Forschenden beschäftigen sich damit, wie dieses Potenzial ausgeschöpft werden, der geologische Untergrund sinnvoll für die Energiewende genutzt werden kann.
Dabei geht es um Energiespeicherung ebenso wie um Energiegewinnung. Gas- und Wärmespeicherung, Geothermie, auch gekoppelt mit Wärmepumpen und Solarthermie, sind die Schwerpunkte.
Bohrvorhaben in diesem Bereich bieten große Chancen für die Energiewende, sind aber auch sehr investitionsintensiv. Deshalb widmen sich die Forschenden zudem der Frage, wie sich solche Vorhaben trotz aller Ungewissheiten planen und Risiken minimieren lassen.
Die wichtigsten Forschungsziele im Überblick
Analyse von Potenzial und Risiken für untertägige Energiespeicher
Untersuchung des Potenzials für die gemeinsame Nutzung von Geothermie, Solarthermie und Hochtemperatur-Wärmepumpen im Geoenergy Lab Burgwedel
Optimierung von Geothermie und Gasspeicherung sowie Quantifizierung von Unsicherheiten mittels numerischer Modelle
Erstellung eines digitalen Werkzeugs, das eine gute Balance zwischen Effizienz und Genauigkeit erzielt
Innovationsbereiche
Innovationsbereich I - Nachnutzung und Gasspeicherung
Die Nationale Wasserstoffstrategie des Bundes von 2020 hebt Wasserstoff als Schlüsselelement der Energiewende hervor. Bis 2030 kann Deutschland etwa 20 TWh pro Jahr an grünem Wasserstoff erzeugen, aber der Bedarf wird auf 100 TWh steigen. Eine geeignete Transportinfrastruktur und Speichermöglichkeiten werden daher eine essenzielle Bedeutung erlangen.
Innovationsbereich II - Geothermie und Wärmespeicherung
Die Geothermie ist eine wichtige erneuerbare Wärmequelle, jedoch fällt die tiefe Geothermie in Niedersachsen aufgrund hoher Investitionskosten und hohem Fündigkeitsrisiko hinter ihrem Einsatzpotenzial zurück. Die oberflächennahe und mitteltiefe Geothermie in Kombination mit Wärmepumpeneinsatz ist eine gute Alternative.
Innovationsbereich III - Bewirtschaftung und Optimierung
Die Optimierung der Nutzung des Untergrunds für die Speicherung von Energie oder als Energiequelle ist wegen der hohen Investitionskosten verbunden mit hohen Risiken ein wichtiges Anliegen. Zur Bewertung der Risiken spielen sozialen Dynamiken eine wichtige Rolle. Die Identifikation und Bewertung der Risiken ist von entscheidender Bedeutung, um die Sicherheit und Umweltfreundlichkeit der Nutzung des Untergrunds zu gewährleisten.
Beteiligte Institutionen
Die Plattform wurde beantragt durch
- Technische Universität Clausthal
- Leibniz Universität Hannover
- Georg-August-Universität Göttingen
gemeinsam mit
- Institut für Solarenergieforschung GmbH
- LIAG-Institut für Angewandte Geophysik
Sprecher:innen
Prof. Dr. Leonhard Ganzer
Technische Universität Clausthal
Prof. Dr. Insa Neuweiler
Leibniz Universität Hannover
Koordination
Dr.-Ing. Birger Hagemann
Technische Universität Clausthal