efzn-Forschungsworkshop zum Thema Krisenfähigkeit: großer Zuspruch und inspirierende Impulse
Rund 80 Energieforscher:innen aus ganz Niedersachsen haben sich am 19. März 2026 im Alten Rathaus Hannover beim efzn-Forschungsworkshop zur Krisenfähigkeit des Energiesystems Niedersachsen ausgetauscht. Auch Vertreter der Landespolitik waren –ausgesprochen interessiert – dabei.
Inspirierende, innovative und auch überraschende Impulse brachten die Anwesenden schnell in angeregte Diskussionen – und sorgten darüber hinaus für direkte Vernetzung mit Blick auf mögliche auch interdisziplinäre Projekte. „Es wird Zeit, dass wir uns unterhalten“, „Ich steh da gerne zur Diskussion zur Verfügung“ – so oder ähnlich hieß es nicht nur einmal an diesem Tag. „Und genau da wollen wir hin“, kommentierte Dr. Knut Kappenberg, Leiter des Forschungsservice am Energie-Forschungszentrum Niedersachsen, sichtlich begeistert: „Das ist das efzn. Genau dafür ist das efzn da: Um Brücken und Räume zu schaffen, um gemeinsame Forschungs- und Transferprojekte zu entwickeln.“ Denn ein großes Ziel des Forschungsworkshops sei es schließlich, das Knüpfen von Kontakten zu ermöglichen, um gemeinsam an Projekten arbeiten zu können.
efzn bringt Wissenschaftler:innen und Politik in den Dialog
Als echten Mehrwert erfuhren die Teilnehmer:innen die Anwesenheit und das Interesse für ihre Ideen und Ansätze seitens der Landespolitik. Für diese waren unter anderem Vertreter aus der Niedersächsischen Staatskanzlei, dem Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und dem Niedersächsischen Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz vor Ort. Sie folgten den wissenschaftlichen Impulsen sehr interessiert – und betonten, dass sich der Dialog zwischen Wissenschaftler:innen und Landesregierung gerade auch mittels Formaten wie dem efzn-Forschungsworkshop künftig sicher weiter intensivieren lasse.
Das Thema des aktuellen Workshops, die Krisenfähigkeit des Energiesystems, sei wichtig und relevant und komme zur richtigen Zeit, hieß es aus Reihen der politischen Vertreter. Insbesondere deshalb, weil sich die Risikoszenarien in den vergangenen Jahrzehnten sehr verändert hätten. Statt temporärer Einschränkung durch begrenzte Unwetterszenarien sei mittlerweile die Gefahr einer echten Unterversorgung gegeben; der Ukraine-Krieg habe diesbezüglich eine echte Zäsur dargestellt.
Resilienz und Improvisationsfähigkeit gehen Hand in Hand
„Resilienz hat immer auch etwas mit Improvisationsfähigkeit zu tun“, sagte der efzn-Vorstandssprecher Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff. Diese Art von Improvisationsfähigkeit, von kreativem wissenschaftlichen Out-of-the-box-Denken bewiesen die Forschenden mit ihren Impulsen aus verschiedenen Disziplinen eindrucksvoll. Und diese Kompetenzen sind auch direkt weiterhin gefragt: Etwa bei der efzn-Projektausschreibung 2026, die just zum Ziel hat, Lösungen zur Stärkung der Krisenfähigkeit des Energiesystems Niedersachsen zu entwickeln. Und auch bei CHALLENGE.efzn, einem noch im Vorbereitung befindlichen Wettbewerb, der das Thema daten- und KI-gestützte Risikoanalyse für mehr Resilienz im Energiesystem in den Blick nehmen wird.
2022 legte das efzn unter dem Eindruck des russischen Angriffs auf die Ukraine erstmals ein Förderprogramm für kleine agile Forschungsprojekte auf, die einen wesentlichen Beitrag dazu leisten sollten, die Transformation des Energiesystems weg vom Erdgas zu beschleunigen. Gefördert wurden acht spannende Projekte mit großer thematischer Bandbreite an sieben verschiedenen niedersächsischen Universitäten und Hochschulen.
Gesucht: Kreative Lösungen für die Krisenfähigkeit des Energiesystems Niedersachsen
2026 setzt das efzn für die Stärkung der Krisenfähigkeit des Energiesystems Niedersachsen deshalb erneut auf den Einfallsreichtum der niedersächsischen Forschenden: noch bis zum 30. April können Projektanträge gestellt werden. Die detaillierte Projektausschreibung mit allen wissenswerten Informationen gibt es unter https://www.efzn.de/forschung/efzn-foerderung/2026 .
Wichtig ist dem efzn auch dabei eine praktische und nutzbringende Verzahnung zwischen Wissenschaft und Politik: Die entstehenden Forschungserkenntnisse sollen nämlich unter anderem durch die Science-Policy-Schnittstelle des efzn in Dialogprozesse mit der niedersächsischen Landespolitik eingebracht werden.
Alexandra Berndt, die den Forschungsworkshop maßgeblich mitgestaltete und verantwortete, betont: „Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage, aber auch der Angriffe auf kritische Infrastruktur, wie beim Blackout in Berlin, ist uns der Transfer der Forschungserkenntnisse zur Krisenfähigkeit des Energiesystems in die niedersächsische Landespolitik ein besonderes Anliegen.“
Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff (von links, Sprecher des efzn-Vorstands), Alexandra Berndt (efzn-Science-Policy-Schnittstelle) und Dr. Knut Kappenberg (Leiter des efzn-Forschungsservice) eröffnen den efzn-Forschungsworkshop im Alten Rathaus Hannover. © efzn
Nach den einzelnen Impulsen zur Krisenfähigkeit des Energiesystems stellen die Besucher:innen des efzn-Forschungsworkshops interessierte Nachfragen. © efzn
Der efzn-Forschungsworkshop zum Thema Krisenfähigkeit des Energiesystems Niedersachsen findet großes Interesse. © efzn