Für ein sicheres Energiesystem in Niedersachsen - und darüber hinaus.
Mut zur Lücke ist keine Option, wenn es um unsere Energieversorgung geht. Bist du bereit, unser Energiesystem sicherer zu machen?
Mit CHALLENGE.efzn sucht das Energie-Forschungszentrum Niedersachsen kluge Köpfe, die offene Daten und moderne Analyse- und KI-Methoden nutzen, um verborgene Abhängigkeiten und Schwachstellen in unserem Energiesystem aufzudecken – bevor andere sie finden.
Dein Wissen und deine Perspektive zählen: In interdisziplinären Teams oder als motivierter Einzelkämpfer analysierst du Last-, Wetter-, Markt- und Geodaten aus offenen Quellen, deckst Risiken auf und trägst so aktiv zur Resilienz kritischer Infrastruktur in Niedersachsen bei. Preisgelder bis 3.000 € und die Chance auf echten Impact warten auf dich.
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Worum geht es bei diesem Wettbewerb?
Der in Berlin öffentlich diskutierte Angriff bzw. Vorfall im Umfeld der Stromversorgung hat die Debatte darüber verstärkt, dass bereits der Zugriff auf frei zugängliche Infrastrukturdaten – etwa zu Leitungsverläufen oder Netzstrukturen – in falschen Händen missbraucht werden kann. Solche Daten stehen im Internet teilweise legal, offen und leicht zugänglich zur Verfügung. Gleichzeitig existieren viele weitere Informationsquellen, etwa Marktdaten, Lastzeitreihen, Erzeugungsdaten, Wetterinformationen, demografische Indikatoren oder geografische Daten.
Jedes dieser Datensegmente wirkt isoliert betrachtet oft unkritisch – in Kombination und mit den Möglichkeiten moderner Datenanalyse und KI entstehen jedoch neue Einsichten in potenziell verwundbare Systeme. Einzelne Institutionen verfügen in der Regel nicht über die nötige interdisziplinäre Breite, die erforderlich ist, um diese Vielfalt an Informationen zu kombinieren.
Warum nicht einfach den Zugang zu diesen Daten beschränken?
Als Reaktion auf solche Vorfälle wird teils gefordert, den Zugang zu heute frei verfügbaren Informationen im Internet wieder zu beschränken („need-to-know“). Das kann opportunistische Nutzung erschweren, greift aber allein zu kurz: Viele Daten sind bereits breit verteilt (Internet-Mirrors, Archive, Kopien) und lassen sich aus anderen offenen Quellen – etwa Karten- und Bilddiensten – zumindest näherungsweise rekonstruieren. Zudem ist eine vollständige Entfernung insbesondere bei internationalen Plattformen häufig schwer durchsetzbar. Umso wichtiger ist ein präventiver Ansatz, der Verwundbarkeiten systematisch sichtbar macht und Schutzmaßnahmen priorisiert – bei gleichzeitig kontrollierter, verantwortungsvoller Behandlung sicherheitsrelevanter Befunde (Responsible Disclosure).
Ein offener und konstruktiver Wettbewerb
CHALLENGE.efzn bringt Fachleute aus Themenfeldern wie IT-Sicherheit, Energietechnik, Data Science, Ingenieur- und Geowissenschaften oder Sozial- und Wirtschaftswissenschaften zusammen, um gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln. Erst diese Vielfalt ermöglicht es, komplexe, sektorübergreifende Abhängigkeiten und Verwundbarkeiten zu erkennen und realitätsnahe Lösungsansätze zu formulieren.
Der Wettbewerb soll aufzeigen, wie durch die Verknüpfung bislang in Industrie, Verwaltung und Forschung isoliert betrachteter Datenquellen neue Risikoindikatoren und Schwachstellenhypothesen erkannt werden können – bevor sie von unbefugten Dritten entdeckt oder ausgenutzt werden. Ziel ist es, die Resilienz kritischer Infrastrukturen in Niedersachsen zu erhöhen und so einen Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Gefahrenprävention zu leisten.
Empfehlungen zur Daten-Governance
Auch wenn die Umsetzung von Zugangsbeschränkungen schwierig ist, wäre es verkürzt, daraus zu schließen, dass Zugangsbeschränkungen grundsätzlich wirkungslos sind. In einzelnen Fällen kann die Entfernung besonders granularer oder zeitnaher Daten aus offiziellen Quellen die Hürde für opportunistische Angreifer erhöhen und Fehlinterpretationen reduzieren. Der Wettbewerb soll deshalb auch differenzierte Empfehlungen zur Daten-Governance liefern (z.B. Aggregation, Zeitverzug, Qualitätskennzeichnungen, abgestufte Zugänge/Protokollierung) – statt Open Data pauschal abzuschaffen. Entscheidend bleibt jedoch, Resilienz primär über robuste Systeme, Detektion, Prozesse und koordiniertes Lernen zu erhöhen – nicht durch die Annahme, Informationen ließen sich vollständig „zurückholen“.
Wer kann mitmachen - und was sind die Rahmenbedingungen?
Der Wettbewerb richtet sich deutschlandweit an interdisziplinäre Teams aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die Teilnahme von Teams aus nur einem der genannten Bereiche ist ebenfalls möglich. Ebenso sind auch Einzelbeiträge zugelassen.
Geographische Fokusregion ist Niedersachsen. Sachlich liegt der primäre Fokus auf dem Energiesystem (Strom, perspektivisch auch Wärme/Gas, sofern datenbasiert abbildbar). Abhängigkeiten zu weiteren Sektoren können berücksichtigt werden, insbesondere Telekommunikation (Kommunikationsfähigkeit im Krisenfall), Wetter und Verkehr.
Ergebnisse dürfen keine operative Handlungsanleitung enthalten – sie sollen Vorsorge und Verteidigung verbessern, nicht Risiken erhöhen. Potenziell sicherheitsrelevante Erkenntnisse dürfen ausschließlich über den vorgesehenen Responsible-Disclosure-Kanal gemeldet werden. Teams verpflichten sich, sicherheitsrelevante Zwischenresultate nicht öffentlich zu speichern oder weiterzugeben.
Betrachtete Sektoren
Der primäre Fokus liegt auf dem Energiesystem (Strom, perspektivisch auch Wärme/Gas, sofern datenbasiert abbildbar). Abhängigkeiten zu weiteren Sektoren können berücksichtigt werden, insbesondere Telekommunikation (Kommunikationsfähigkeit im Krisenfall), Wetter und Verkehr.
Datenbasis und Umgang mit Daten
Zugelassen sind ausschließlich frei verfügbare Datenquellen, die rechtmäßig genutzt werden können (Open Data, offizielle Transparenzdaten, frei zugängliche Karten-/Geodaten, wissenschaftliche Publikationen).
Ein ständig aktualisierter Datenkatalog, der eine erste Auswahl an möglichen verwendbaren Datenquellen enthält, wird hier bereitgestellt. Weitere frei verfügbare und rechtmäßig nutzbare Datenquellen, die über diesen Katalog hinausgehen, können ebenfalls genutzt werden.
Der Katalog verweist auf öffentlich zugängliche Quellen und Datentypen – er stellt keine zentral zusammengeführten oder heruntergeladenen Kopien detailscharfer Infrastrukturdaten bereit, um die Auffindbarkeit sensibler Informationen nicht zusätzlich zu erhöhen. Du hast eine ergänzende Quelle für den Datenkatalog? Dann schreib uns gerne und wir nehmen sie auf.
Zur Risikominderung werden Ergebnisse, die eine konkrete Ausnutzung erleichtern könnten, nur über einen vertraulichen Meldeweg eingereicht (Responsible Disclosure). Über die Einreichungsmethode werden alle registrierten Teams rechtzeitig vor Beginn der Einreichungsperiode (01.-31.10.2026) informiert.
Wie kann ich mich registrieren?
Die Registrierung erfolgt über den:die Teamleiter:in (Einzelpersonen sind automatisch Teamleiter:innen). Sie ist erforderlich, bevor mit der Arbeit an den Beiträgen begonnen werden darf.
Die folgenden Schritte sind dafür notwendig:
1. Das Registrierungsformular mit den enthaltenen Teilnahmebedingungen herunterladen, am Bildschirm ausfüllen und digital signieren - oder alternativ ausdrucken, unterschreiben und wieder einscannen.
Registrierungsformular herunterladen ›
2. Das ausgefüllte und (digital oder händisch) unterschriebene Registrierungsformular über diesen Link hochladen.
Wichtig dabei: Bitte die Datei nach folgendem Muster benennen: "YYMMDD_Teamname_Registrierungsformular_CHALLENGEefzn.pdf"
Ausgefülltes Formular hochladen ›
3. Nach erfolgter Prüfung des Formulars verschicken wir eine Bestätigung - und ihr könnt mit der Arbeit an euren Beiträgen loslegen!
Das CHALLENGE.efzn-Evaluation Board
EWE Netz GmbH
energy & meteo systems GmbH
Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz
Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Niedersächsische Staatskanzlei
efzn Science-Policy-Schnittstelle
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efzn-Geschäftsstelle
geschaeftsstelle@efzn.de