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Energiemärkte im Spannungsfeld zwischen Staat, Bürger und Wettbewerb

8. Niedersächsische Energietage am 30.09/01.10.2015

Bereits der Titel der 8. Niedersächsischen Energietage zeigte die vielfältigen Interessenkonflikte bei der Umsetzung der Energiewende: "Energiemärkte im Spannungsfeld zwischen Staat, Bürger und Wettbewerb".

Auch die jüngste Diskussion um die Klimaabgabe von Braunkohlekraftwerken hat gezeigt, dass es sehr unterschiedliche Vorstellungen vom neuen Strommarktdesign 2.0 gibt. Die Debatte hat zudem gezeigt, dass der Strombereich nicht mehr isoliert betrachtet werden kann. Wenn die Klimaziele erreicht werden sollen, müssen vor allem die Potentiale im Wärmebereich adressiert werden. In Kombination mit erneuerbarem Strom lassen sich hier systemische Lösungen finden, zu denen jeder Akteur seinen Beitrag leisten kann. Dies betrifft nicht nur die klassischen Marktteilnehmer, sondern auch neue Akteure, die ihre Rolle im System finden und sich behaupten müssen (z. B. abschaltbare Aluminiumschmelzöfen).

Unter der Schirmherrschaft von Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Stefan Wenzel wurden vor diesem Hintergrund im Rahmen des Eröffnungsplenums der 8. NET erstmalig zwei Panel zu den Themen "Wieviel Staat brauchen Energiemärkte?" und "Stiefkind Wärmemarkt – warum kommen wir da nicht voran?!" unter der Teilnahme von Rednern aus Energiepolitik, Energiewirtschaft, Industrie, Gesellschaft und Wissenschaft angeboten. Moderiert wurde das Plenum von Franz Lamprecht, Chefredakteur der Energiewirtschaftlichen Tagesfragen (et). Zur inhaltlichen Vertiefung fanden am zweiten Veranstaltungstag fünf parallele Fachforen zu folgenden Themen statt: Betriebe in der Energiewende – vom Impuls zur Innovation; Digitalisierung in der Energiewirtschaft – Wegbereiter für Flexibilisierung und innovative Geschäftsmodelle; Bioenergie als Systemdienstleister; Kommunikation und Akzeptanz von Infrastrukturmaßnahmen; Stadt der Zukunft. Im Sinne der Förderung eines disziplinübergreifenden Dialogs kamen auch hier Redner der verschiedenen Fachdisziplinen mit dem Ziel zu Wort, Vorschläge für ein neues Marktdesign zu unterbreiten.   

Die Energietage sind Teil eines Gesamtkonzeptes, mit dem Niedersachsen seine besonderen Stärken und Kompetenzen im Zusammenhang mit Innovationen und Energie sichtbar machen und weiter ausbauen will. Durch einen intensiven Austausch und eine fachübergreifenden Zusammenarbeit sollen die Akteure neue Ideen entwickeln, den Wissens- und Technologietransfer auf allen relevanten Energiefeldern optimieren und idealerweise gemeinsame Projekte zwischen Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen und Fachbehörden initiieren und durchführen.

Programm

Impulsvorträge Kaiserpfalz

 

Volker BajusEnergiemärkte aus Sicht der Politik 
Dr. Hans-Peter BöhmWieviel Staat braucht der Energiemarkt der Zukunft? 
Dr. Stephan TengeLeistungsstark – dynamisch – reguliert – unsichtbar: Netzausbau im Spannungsfeld der Interessen 
Prof. Dr.-Ing. Heinz-Jörg FuhrmannWas die energieintensive Industrie vom Staat erwartet – Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit im Lichte von Energiewende und Klimaschutzpolitik 
Eckard FangmeierDezentrale Energieerzeugung und -versorgung mit vielen Akteuren braucht transparente und verlässliche Rahmenbedingungen 
Harald UphoffStatus Quo des Wärmemarktes in Deutschland 
Tobias LangerDer dänische Wärmemarkt 
Erik BrauerWärmewende in Schleswig-Holstein 
Prof. Dr.-Ing. Dieter WolffEnergieoptimierte Wärmesysteme – CO2-Bewertung statt Primärenergiekriterien 
Dipl.-Ing. Dierk SchneiderNachhaltige Wärmeversorgung aus Sicht der Wohnungswirtschaft 

 

Fachforum 1 - Betriebe in der Energiewende – Vom Impuls zur Innovation

 

ModerationPetra Schröder, Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz; Dr. Volker Schöber, Leibniz Universität Hannover
Ulrich Seifert, Ritter Gent CollegenVerpflichtende Effizienzsysteme – nur Pflichterfüllung oder Impuls zur Kostenoptimierung? 
Prof. Dr.-Ing. Richard Hanke-Rauschenbach, Leibniz Universität HannoverGestaltung von Energiespeichersystemen – Ein Ansatz zur Technologieauswahl und Dimensionierung 
Helmut Jäger, Solvis GmbH & Co. KGIntegrierte Konzepte zur Gebäudeversorgung mit Erneuerbaren Energien und minimierter Stromnetzbelastung 
Prof. Dr.-Ing. Matthias Reckzügel, Hochschule OsnabrückHerausforderungen bei energetischen Verbünden 
Dr. Veronika Wolf, Zero Emission GmbHEinblicke in das Pilotprojekt Gewebegebiet Lister Damm 
Thorben Vahlenkamp, Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbHEffizienz fördern und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig sichern – Maßnahmen zur Förderung des Klimaschutzes in Unternehmen 
Steffen Harms, Dienstleistungsgesellschaft der Norddeutschen Wirtschaft mbHVerpflichtendes Energieaudit – Handlungsmöglichkeiten für Unternehmen 
Dr. Jörg Meyer, Siemens AGEnergieeffizienz in Betrieben – Herausforderungen in der praktischen Umsetzung 
Sascha Hennig, Bahlsen GmbH & Co. KGHalbierung der Stromkosten? Ein Beispiel aus der Praxis! – Ersatzinvestitionen als Chance zur Steigerung der Energieeffizienz 

 

Fachforum 2 - Digitalisierung in der Energiewirtschaft –

Wegbereiter für Flexibilisierung und innovative Geschäftsmodelle

 

ModerationFabiane Buchheister, EWE AG; Lars Bobzien, Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Timo Schulz, Political & Regulatory Affairs, EEX AGFlexibilisierung des Energiehandels – vom kurzfristigen Spot- zum langfristigen Terminmarkt 
Dr. Horst Neunaber, SAP SEGigabyte statt Kilowattstunden? – Digitalisierung als Geschäftsgrundlage für die Energiewirtschaft 
Ulf Brommelmeier, EWE AGProjekt „enera“ – das Zusammenspiel von Netz, Markt und IT am erlebbaren Beispiel demonstrieren 
Nikolaus Starzacher, Discovergy GmbHEnergiedaten als Türöffner für neue Marktteilnehmer und Geschäftsmodelle 
Dr. Rolf Apel, Siemens AGDigitalisierung des Energiemarktes – Status quo und Herausforderungen der Zukunft 
Jens Külper, Ernst & Young GmbH Digitalisierung - Notwendigkeit und Herausforderungen des Wandels in der Energiewirtschaft 

 

Fachforum 3 - Bioenergie als Systemdienstleister

 

ModerationProf. Dr. Jutta Geldermann, Universität Göttingen und Energie-Forschungs­zentrum Niedersachsen; Dr. Gerd Höher, Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung
Dr.-Ing. Bernd Krautkremer, Fraunhofer-Institut für Windenergie und EnergiesystemtechnikBiogas als Systemdienstleister im Energiesystem 
Prof. Dr. Ludwig Theuvsen, Georg-August Universität GöttingenBioenergie als Systemdienstleister in der Landwirtschaft „Bauernhof Niedersachsen“ 
Dipl.-Ing. Michael Kralemann, HAWK Hochschule Hildes­heim/Holzminden/Göttingen, 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe e.V.Bioenergie im Wärmesystem 
Andreas Nieweler, AbfallWirtschaftsGesellschaft mbH BassumBioenergie im System der Abfallwirtschaft 
Prof. Dr.-Ing. Achim Loewen,
HAWK Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen
Bioenergie und Biokohle 

 

Fachforum 4 - Kommunikation und Akzeptanz von Infrastrukturmaßnahmen

 

ModerationGabi Schlichtmann, Landeshauptstadt Hannover, Klimaschutzleitstelle; Frank Mattioli, Energie-Forschungs­zentrum Niedersachsen
Prof. Dr. Nils Bandelow, TU BraunschweigEskalation: Begriff, Messung, Erklärungen 
Prof. Dr. Stefan Schulz-Hardt, Georg-August-Universität GöttingenMeinungskonforme Informationsverarbeitung als Mechanismus der Konflikteskalation beiInfrastrukturprojekten 
Prof. Dr.-Ing. Martin Prominski, Leibniz Universität HannoverWindparks – höhere Akzeptanz durch bessere Gestaltung? 
Anna-Luisa Almstedt, Energy Transmission Consult GmbHDas Nicht-Vorhandene sichtbar machen.Visualisierung als Beitrag zur Akzeptanzförderung in der Öffentlichkeitsbeteiligung 

 

Fachforum 5 - Stadt der Zukunft

 

ModerationProf. Dr.-Ing. Bernd Engel, TU Braunschweig; Torsten Seemann, Siemens AG
Torsten Seemann, Siemens AGHerausforderungen und intelligente Lösungen für nachhaltige Städte von morgen 
Tanja Beier, TU BraunschweigEnergieeffizienter Campus TU Braunschweig 
Thomas Wilken, energydesign Braunschweig GmbHVernetzte Quartiere Wolfsburg 
Stephan Diekmann, Nibelungen-Wohnbau GmbHTechnische Infrastrukturen für die Stadt der Zukunft – Energieeinsparung zum Nachrüsten für die Immobilienwirtschaft 
Gereon Uerz, Arup Deutschland GmbHStädtische Mobilität in der Kreislaufwirtschaft