Wochen der Wärme
Einblicke in die niedersächsische Forschung zur Wärmewende
Unter dem Motto „Wärme, die sich rechnet“ zeigt die niedersachsenweiten Kampagne „Wochen der Wärme“ (WDW) der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN), wie die Wärmewende effektiv und bezahlbar gelingen kann.
Vom 1. September bis 10. Oktober 2026 stehen dabei vielfältige Aspekte rund um das Thema Wärme im Fokus – unter Beteiligung regionaler und überregionaler Partner wie dem Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (efzn).
Das efzn bietet im Kampagnenzeitraum in verschiedenen Online- und Präsenzveranstaltungen praktische und spannende Einblicke in die niedersächsische Wärmeforschung. Seien Sie dabei - wir freuen uns auf Sie!
Alle Termine im Überblick
efzn-Veranstaltungen für die Wochen der Wärme
Wärmepotenziale zur grünen Nah- und Fernwärmeerzeugung aus Fließgewässern in Deutschland - Untersuchung für die 80 Großstädte
Dienstag, 22.09.2026, 15:00-16:00 Uhr
Online-Vortrag
Niedersächsische Wohngebäude: Wie sehr reduziert eine Sanierung die Heizungsvorlauftemperatur?
Mittwoch, 23.09.2026, 14:00-15:00 Uhr
Online-Vortrag
Wärmepumpen im Bestand - Herausforderungen bei der Anbindung und Leitungsführung
Donnerstag, 24.09.2026, 14:00-15:30 Uhr
Online-Vortrag mit Austausch
Geoenergie im Dialog - Thementag der TU Clausthal im Rahmen der Wochen der Wärme
Freitag, 25.09.2026, 13:00-17:00 Uhr
Präsenzveranstaltung am Drilling Simulator Celle
Perspektiven der Wärmepumpe für die Prozessenergieversorgung – Theorie, Praxis, Forschung
Donnerstag, 01.10.2026, 15:00-16:00 Uhr
Online-Vortrag
Einblicke in die praxisnahe Wärmeforschung: Strategien, Tools und Innovationen für eine gelungene Wärmewende
Mittwoch, 07.10.2026, 14:00-15:30 Uhr
Online-Event mit Kurzvorträgen und Austausch
Mehr Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie unten.
Über die Wochen der Wärme
Bis zum Jahr 2040 soll Niedersachsen treibhausgasneutral werden - aktuell tragen erneuerbare Energien aber lediglich zu 11 Prozent zur Wärmeversorgung bei. Es muss sich also etwas tun. Genauer gesagt: Es muss sich ziemlich schnell ziemlich viel tun.
Dass nachhaltige Wärmeversorgung gleichzeitig zuverlässig und kostengünstig sein kann – und wie genau das geht: Das thematisieren die Veranstaltungen und Aktionen der „Wochen der Wärme“. Optimierung von Heizungen ist dabei ebenso Thema wie Wissenswertes zu Wärmepumpen, erneuerbaren Energien, Wärmeplanung und Abwärmenutzung in Unternehmen.
Mehr Informationen zur Kampagne inklusive Veranstaltungskalender gibt es unter www.wochen-der-waerme.de.
Veranstaltungen
Wärmepotenziale zur grünen Nah- und Fernwärmeerzeugung aus Fließgewässern in Deutschland - Untersuchung für die 80 Großstädte
📅 Dienstag, 22. September 2026 | 15:00-16:00 Uhr
Online-Vortrag
Dipl.-Ing. Christian Seidel, TU Braunschweig
Mit über 400.000 km Fließgewässernetz und mehr als 185 Milliarden m³ jährlichen mittleren Abfluss sind die Fließgewässer in Deutschland flächendeckend vorhanden und besitzen große Potenziale im Bereich der Wärmegewinnung für Grüne Nah- und Fernwärme.
Aktuelle Untersuchungen des ISD der TU Braunschweig zeigen, das alleine im Bereich der Fließgewässer bei einem Temperaturentzug von 2 K ein Wärmepotenzial von 430,8 bis 861,5 TWh/a in Deutschland erschlossen werden kann, was bis zu 35,8 % des Endenergiebedarfs, bis zu 64 % des Wärmebedarfs und bis zu 94 % des Wärmebedarfs im Niedertemperaturbereich in Deutschland entspricht.
In den durchgeführten Untersuchungen wurde auch das aquathermische Potenzial der Fließgewässer in den 80 Großstädten in Deutschland ausgewertet. 41 der 80 Großstädte in Deutschland können ihren gesamten Raumwärmebedarf für Haushalte, Industrie, Dienstleistung, Handel und Gewerbe zu 100 % und mehr aus den Fließgewässern decken. 58 Großstädte können ihren Raumwärmebedarf zu mindestens 50 % aus der Fließgewässerwärme generieren, was 73 % aller Großstädte darstellt. Nur 2 Großstädte weisen ein Fließgewässerpotenzial von 10 % der erforderlichen Raumwärmebereitstellung bei einer Einmalentnahme auf.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Niedersächsische Wohngebäude: Wie sehr reduziert eine Sanierung die Heizungsvorlauftemperatur?
📅 Mittwoch, 23. September 2026 | 14:00-15:00 Uhr
Online-Vortrag
Prof. Dr. Erik Bertram, HAWK
Co-Autoren S. Holler, A. Salaymeh, T. Biermann, S. Föste
Die Klimaneutralität des Gebäudesektors ist eine besonders komplexe Herausforderung. Wärmepumpen allein führen zu einem hohen bundesweiten Erneuerbaren Energie- und Speicherbedarf. Dämmmaßnahmen allein führen nicht zu erneuerbar versorgten Gebäuden.
Erneuerbare Wärmeerzeugung z.b. mit einer Wärmepumpe müssen folglich mit der Verminderung der Nutzwärmeverbräuche z.b. durch Dämmung gleichzeitig verfolgt werden, wobei zwischen beiden Handlungsfeldern Wechselwirkungen bestehen.
Vor diesem Hintergrund wurden an der HAWK im Studiengang Green Building im Projekt TrawoKat typische Niedersächsische Einfamilienhaus- und Mehrfamilienhauswohngebäude entwickelt und simuliert, um die Wechselwirkungen von sanierten Wohngebäuden in zukünftigen Wetterumgebungen darzustellen (https://www.hawk.de/de/forschung/forschungsprojekte/trawokat).
Wer also wissen möchte, wie sehr sich die Heizungsvorlauftemperatur und damit die Effizienz der Wärmpumpe durch die Dämmung der Gebäudehülle ändert, ist herzlich eingeladen, unsere Ergebnisse und die Niedersächsischen Wohngebäudemodelle kennenzulernen. Die Teilnahme ist kostenlos.
Wärmepumpen im Bestand - Herausforderungen bei der Anbindung und Leitungsführung
📅 Donnerstag, 24. September 2026 | 14:00-15:30 Uhr
Online-Vortrag mit anschließendem Austausch
Franziska Bockelmann, Ann-Kathrin Dreier (siz energieplus)
Fynn Linnenbrügger, Jonas Hilscher (TU Braunschweig, Institut für Thermodynamik (IfT))
Die Integration bzw. der Wärmeerzeugertausch hin zu Wärmepumpen in Bestandsgebäuden stellt Planende, Wohnungsunternehmen und das ausführende Handwerk vor neue technische und organisatorische Herausforderungen. Insbesondere in Mehrfamilienhäusern spielen die Leitungsführung, die Anbindung an bestehende Heizungs- und Warmwassersysteme sowie die räumlichen Randbedingungen eine entscheidende Rolle für die erfolgreiche Umsetzung.
Im Rahmen der Veranstaltung sollen die ersten Ergebnisse aktueller Untersuchungen zur hydraulischen Anbindung und Leitungsführung von zentralen und dezentralen Wärmepumpen in Bestandsgebäuden (Mehrfamilienhäusern) vorgestellt werden. Dabei werden verschiedene Lösungsansätze und deren technische Machbarkeit betrachtet. Besonderes Augenmerk liegt auf typischen Herausforderungen im Gebäudebestand, möglichen Umsetzungsstrategien und praxisnahen Erfahrungen aus realisierten Projekten.
Des Weiteren soll der fachliche Austausch im Mittelpunkt stehen. Gemeinsam mit den Teilnehmenden sollen Erfahrungen aus Planung und Umsetzung diskutiert sowie unterschiedliche Randbedingungen beleuchtet werden.
Ziel ist es, Chancen und Hemmnisse beim Wärmeerzeugertausch im Mehrfamilienhausbestand zu identifizieren und praktische Lösungsansätze aus Sicht verschiedener Stakeholder zusammenzutragen.
Die Online-Veranstaltung richtet sich vorrangig an Handwerk und Planer sowie Endverbraucher:innen (Eigentümer, Bauherren, Wohnungswirtschaft), aber auch an alle Interessierten zu diesem Thema. Die Teilnahme ist kostenlos.
Geoenergie im Dialog - Thementag der TU Clausthal im Rahmen der Wochen der Wärme
📅 Freitag, 25. September 2026 | 13:00-17:00 Uhr
Präsenzveranstaltung am Drilling Simulator Celle
(Zum Drilling Simulator 1, 29221 Celle)
Bitte beachten: Hierbei handelt es sich um eine Präsenzveranstaltung am Drilling Simulator in Celle. Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 30 Personen begrenzt.
Die Wärmewende ist eine der drängendsten Aufgaben der Energiewende und sie braucht Lösungen, die über einzelne Technologien und Sektoren hinausgehen.
Die Forschungsplattformen Geoenergiesysteme und Wärme sowie die efzn Academy im Forschungsprogramm Transformation des Energiesystems Niedersachsen (TEN.efzn) verbinden angewandte Forschung zu Geoenergie, Wärmeversorgung und Untergrundnutzung mit gezieltem Wissens- und Praxistransfer. Dabei richten wir uns insbesondere an Fachleute aus Kommunen, Versorgungswirtschaft und Umweltmanagement sowie an weitere Akteure aus der Praxis.
Mit „Geoenergie im Dialog“ möchten wir diesen Austausch öffnen und unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen. Der Thementag bietet Raum für die Vernetzung von Praxis, Wissenschaft und interessierter Öffentlichkeit. Gemeinsam mit Vertreter aus Kommunen und Unternehmen, anderen wissenschaftlichen Einrichtungen sowie Bürgern, die sich für angewandte Forschung in diesem Bereich interessieren, möchten wir aktuelle Fragen diskutieren, Erfahrungen teilen und neue Verbindungen schaffen.
Das geplante Programm des Thementags
| Uhrzeit | Thema | Referent:in |
|---|---|---|
| 13:00 – 13:30 | Begrüßung und Einführung: Geoenergiesysteme und Wärme im Forschungsverbund TEN.efzn – Forschung und Transfer für die Wärmewende in Niedersachsen | Prof. Philip Jaeger |
| Impulsvorträge | ||
| 13:30 – 14:00 | Innovative Wärmequellen für Wärmepumpensysteme in urbanen Räumen | Dr. Federico Giovannetti (ISFH) |
| 14:00 – 14:15 | Netzintegration von Großwärmepumpen | Abhishek Verma (TUC) |
| 14:15 – 14:30 | Ökonomie der Wärmewende | Yousra El Bouhlali (TUC) |
| 14:30 – 15:00 | Kaffeepause und Vernetzung | |
| Podiumsdiskussion | ||
| 15:00 – 16:15 | Kommunale Wärmeplanung: „Langfristige Strategie oder Stückwerk?“ | Moderation: Prof. Philip Jaeger (TUC) Podium: Adelheid Boeckmann (Uni Vechta), Elena Kuhls (Stadt Celle), Kim Schwettmann (Geoenergy Celle e.V.) |
| 16:15 – 16:45 | Abschlussdiskussion und Fazit | Prof. Philip Jaeger |
| 16:45 – 17:00 | Anmeldemöglichkeit für die Weiterbildung Geoenergie 360° | |
Wir freuen uns auf Sie - melden Sie sich jetzt an! Die Teilnahme ist kostenlos.
Perspektiven der Wärmepumpe für die Prozessenergieversorgung – Theorie, Praxis, Forschung
📅 Donnerstag, 01. Oktober 2026 | 15:00-16:00 Uhr
Online-Vortrag
Prof. Dr.-Ing. Lutz Meyer, Hochschule Hannover
In der Industrie besteht ein großer Energiebedarf. Knapp 30 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland fallen dort an. 67 Prozent davon werden für die sogenannte Prozesswärme benötigt.
Dabei handelt es um Wärme, die für eine Vielzahl industrieller Prozesse wie Herstellung, Weiterverarbeitung und Veredelung verwendet wird, etwa im Bereich der Trocknung, Formgebung oder Dampferzeugung. Für diese Prozesse sind verhältnismäßig hohe Temperaturen erforderlich – in der Regel über 100°C und für Hochtemperaturanwendungen sogar über 1000°C.
In seinem Vortrag thematisiert Prof. Meyer, warum die Wärmeerzeugung für die Energiewende und die Industrie so bedeutsam ist. Er beantwortet die Frage, ob Wärmepumpen eine Option für Prozesswärme darstellen und ob es schon kommerzielle Lösungen gibt.
Und auch ein „Blick in den Maschinenraum“ der Hochschule Hannover, an der Prof. Meyer am Forschungszentrum Energie - Mobilität - Prozesse zu Themen wie Energieeffizienz, Nachhaltige Energiesysteme, Solarenergie und Wärmepumpen forscht, wird nicht fehlen: Was wird an der Hochschule Hannover entwickelt? Der Online-Vortrag eignet sich insbesondere für Industrievertreter und interessierte Laien. Die Teilnahme ist kostenlos.
Einblicke in die praxisnahe Wärmeforschung: Strategien, Tools und Innovationen für eine gelungene Wärmewende
📅 Mittwoch, 07. Oktober 2026 | 14:00-15:30 Uhr
Online-Event mit Kurzvorträgen und Austausch
Wärmeforschende der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Hildesheim/Holzminden/Göttingen
Werkzeuge und Lösungen aus der Forschung für die Praxis – kompakt in fünf Vorträgen vorgestellt: Im Rahmen dieses Online-Events präsentieren Forschende der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Hildesheim/Holzminden/Göttingen wissenschaftliche Lösungsansätze, konkrete Tools und praxiserprobte Innovationen für die Transformation der Wärmeversorgung. Das Format richtet sich an Akteur:innen aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft, die wissenschaftliche Erkenntnisse für die Umsetzung nutzen wollen und gezielt Kontakte sowie Kooperationen mit der Forschung suchen. Die Teilnahme ist kostenlos.
Folgende Vortragsthemen erwarten Sie - ausführliche Beschreibungen zu den Themen finden Sie weiter unten:
- Vergleich der Stromausfall-Resilienz von Fernwärme und Wärmepumpen im Wohnquartier (ReWARSiN)
Philip Brandt - REWARDHeat Serious Game – ein Energieplanspiel für die kommunale Wärmeversorgung
Dmitry Romanov - Heat network Efficiency Characterization Tool for Optimization and Retrofit (HECTOR)
Julian Plautz - Kartierung von Abwärme des Abwassers auf Straßenebene (MAPS)
Dr.-Ing. Johannes Pelda - Transformationspfade zum klimaneutralen Gebäudebestand auf Basis integrativer Modelle der Wärmeversorgung, -verteilung und -nutzung
Prof. Dr.-Ing. Stefan Holler