Foto: EFZN

Diskussionsrunde zur Sektorenkopplung (von links): Dr. Klaus Kleinekorte (Amprion GmbH), Ulrich Ronnacker (Open Grid Europe GmbH), Barbara Lempp (EFET Deutschland), Professor Rüdiger-A. Eichel (Forschungszentrum Jülich) und Professor Hartmut Weyer (TU Clausthal und EFZN), der das Gespräch moderierte.

Welche Rolle spielen die Netzbetreiber bei der Sektorenkopplung? Dieser Frage gingen die 200 Teilnehmer/-Innen der 11. Göttinger Tagung zu aktuellen Entwicklungen des Energieversorgungssystems am 8. und 9. Mai 2019 in der Göttinger Paulinerkirche nach. Konzipiert, organisiert und durchgeführt wurde die Tagung wie in den Vorjahren gemeinsam durch das Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) und die Bundesnetzagentur.

Über Sektorenkopplung wird derzeit viel gesprochen. Denn zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen kann die Stromwirtschaft wegen des bereits hohen Anteils an erneuerbaren Energien auch in den Sektoren Wärme, Verkehr und Industrie einen wesentlichen Beitrag leisten. Für die gesamte Energiewirtschaft, aber insbesondere für die Strom- und Gasnetzbetreiber und den Regulierer stellen sich neue Fragen und Herausforderungen, über die die Referenten/-Innen in Vorträgen und Diskussionsrunden miteinander und mit dem Publikum in einen angeregten Gedankenaustausch traten.

Standen am ersten Veranstaltungstag die für die Sektorenkopplung erforderlichen Infrastrukturen im Mittelpunkt, waren die Vorträge des Folgetages den Auswirkungen der Sektorenkopplung auf die Netzentgelte und staatlich veranlassten Energiepreisbestandteile gewidmet. "Die Bandbreite der Vorträge und Fachforen zum Zusammenspiel von Strom- und Gasversorgung, zu den Potenzialen von Power-to-X in der chemischen Industrie, zur E-Mobilität  und zu alternativen Antriebssystemen im Eisenbahnverkehr hat deutlich aufgezeigt, welche Potenziale in der Sektorenkopplung liegen. Um diese zu heben, sind Anpassungen des Marktdesigns unumgänglich. Die Tagung hat wichtige Beiträge zur Ausgestaltung eines neuen regulatorischen Rahmens geliefert.", fasst Professor Hartmut Weyer von der TU Clausthal/EFZN das inhaltliche Programm zusammen.

Die Göttinger Energietagung bringt Marktteilnehmer, Berater, Behörden und Wissenschaft fachübergreifend miteinander ins Gespräch. Ökonomen, Ingenieure und Juristen diskutierten in diesem Jahr gemeinsam über Chancen und Herausforderungen integrierter Energiesysteme. In seinem Schlusswort verwies EFZN-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Dietze auf eine seiner Wahrnehmung nach zunehmend kritischer werdende Stimmung gegenüber der Energiewende und betonte die Wichtigkeit eines breiten gesellschaftlichen Dialogs in diesem Kontext: "Wir brauchen eine ständige aktive 'Sektorenkopplung' zwischen Wirtschaft, Ministerien, Behörden, Politik, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft, um den Umbau des Energiesystems als gesellschaftliches Gemeinschaftsprojekt gemeinsam voranzubringen. Das EFZN will diesen Prozess im Sinne seines transdisziplinären Forschungsansatzes u.a. durch Veranstaltungen wie diese intensiv unterstützen."

Nachfolgend finden Sie die bislang freigegebenen Vorträge:

1. Tag: Mittwoch, 08. Mai 2019

  ab 9:30

Check-in und Ausgabe der Tagungsunterlagen

10:00 – 10:15

Begrüßung und Einführung durch die Bundesnetzagentur

Peter Franke, Vizepräsident der Bundesnetzagentur

10:15 – 10:30

Begrüßung und Einführung durch das EFZN

Prof. Dr. Carsten Agert, Vorstandssprecher des EFZN

 

Ziele der Sektorenkopplung und Rolle der Netzbetreiber

10:30 – 11:15

Sektorenkopplung als Schlüssel der Energiewende?

Dr. Felix Christian Matthes, Öko-Institut

11:15 – 11:50

Power-to-Gas-Pilotprojekt von Amprion und Open Grid Europe 

Dr.Klaus Kleinekorte, Amprion, und Ulrich Ronnacker, Open Grid Europe

11:50 – 12:10

Power-to-Gas-Anlagen: Anforderungen an das Marktdesign für eine erfolgreiche Sektorenkopplung

Barbara Lempp, EFET Deutschland

12:10 – 12:30

Power-to-X – Anforderungen zur industriellen Implementierung

Prof. Dr. Rüdiger-A. Eichel, Forschungszentrum Jülich

12:30 – 13:00

Diskussionsrunde mit Fragen an Amprion, Open Grid Europe, EFET und FZ Jülich

Moderation: Prof. Dr. Hartmut Weyer, EFZN und TU Clausthal

13:00 – 14:00

Mittagspause

14:00 – 16:00

Fachforen

 

 

Fachforum 1: Öffentliche Ladesäuleninfrastruktur: Welche Rolle hat der Netzbetreiber?

Leitung: Dr. Stefan Nykamp, innogy

Impulsgeber:

 
 

Fachforum 2: Sektorenkopplung in Quartieren und Städten – Passt das zu einem wettbewerblichen Marktdesign?

Leitung: Dr. Jörg Mallossek, Bundesnetzagentur

Impulsgeber:

  • Stefan Lochmüller, N-Ergie
  • Anett Ludwig, Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
  • Alexander Krautz, Next Kraftwerke
 
 

Fachforum 3: Benötigen wir zukünftig noch eine flächendeckende Gasnetzinfrastruktur?

Leitung: Dr. David Bothe, Frontier Economics

Impulsgeber:

  • Matthias Ohl, WSW Energie & Wasser AG
  • Dr.-Ing. Bernhard Klocke, DVGW-Landesgruppe NRW
  • Dr. Jörg Rothermel, Verband der Chemischen Industrie e.V.
  • Juri Horst, IZES gGmbH
 

16:00 – 16:45

Kaffeepause

16:45 – 17:15

Erkenntnisse aus den Fachforen – Kurzinterviews mit den Fachforenleitern

Moderation: Barbie Kornelia Haller, Bundesnetzagentur

 

Ausblick

17:15 – 18:00

DB EnergieWende – Energieversorgung alternativ angetriebener Schienenfahrzeuge

Dr. Florian Baentsch, DB Energie GmbH

19:00

Gemeinsames Abendessen

 

2. Tag: Donnerstag, 09. Mai 2019

 

Sektorenkopplung: Auswirkungen auf die Netze und Preissysteme

9:00 – 9:45

Sektorenkopplung: Level-Playing-Field versus sektorspezifische Ziele

Prof. Dr. Hartmut Weyer, EFZN und TU Clausthal

9:45 – 10:30

Umlagen und Netzentgelte aus der Systemperspektive

Dr. Johannes Wagner, Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln

10:30 – 11:15

Kaffeepause

11:15 – 12:00

Sektorenkopplung – Auswirkungen auf die Netze

Dr. Christoph Müller, Netze BW

12:00 – 12:45

Ansätze für eine Weiterentwicklung der Netzentgeltsystematik

Dr. Wolfgang Fritz, Consentec

12:45 – 13:00

Conclusio

Achim Zerres, Bundesnetzagentur

ab 13:00

Schlusswort des EFZN und Ausklang

Dr. Wolfgang Dietze, EFZN