Braunschweig. Im bundesweiten Standortwettbewerb "Forschungsfertigung Batteriezelle Deutschland" hat Niedersachsen seine Bewerbung eingereicht. Als Standort für das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierte Auswahlverfahren wird Salzgitter vorgeschlagen. Bei der Liegenschaft im Industriegebiet Salzgitter handelt es sich um ein 160.000 m2 großes Grundstück mit angrenzender Produktionshalle sowie Büroflächen. Hier könnte die Forschungsfabrik - vorausgesetzt die Wahl fällt auf Niedersachsen - in einem neuen Batterie-Industriepark entstehen.

Mit der Konzeption der Forschungsfabrik und der Durchführung des Wettbewerbs hat das BMBF die Fraunhofer-Gesellschaft beauftragt. Insgesamt acht deutsche Forschungseinrichtungen wurden aufgefordert, eine Bewerbung abzugeben. Für Niedersachsen nimmt die Technische Universität (TU) Braunschweig am Wettbewerb teil.

"Der vorgeschlagene Standort in Salzgitter erfüllt die Ausschreibungskriterien in idealer Weise und sichert Niedersachsen damit gute Chancen, sich im Wettbewerb durchzusetzen", sagt Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. "Die Standortentscheidung hat neben der wissenschaftspolitischen vor allem auch eine strukturpolitische Dimension. Das übergeordnete Ziel ist es, basierend auf der international anerkannten Kompetenz der Technischen Universität Braunschweig und der außeruniversitären Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Batterieforschung und der Batteriezellproduktion, auch die Innovationspotenziale niedersächsischer Unternehmen zu nutzen sowie Beschäftigung und Arbeitsplätze auszubauen und zu stärken. Vor diesem Hintergrund ist das klare Bekenntnis der industriellen Partner vor Ort besonders erfreulich: Nahezu 100 Industrieunternehmen haben sich schriftlich dazu bekannt, das Vorhaben zu unterstützen." "Unser interdisziplinäres Team der Battery LabFactory um Prof. Arno Kwade und Prof. Christoph Herrmann hat dafür gesorgt, dass Niedersachsen als Standort für die innovative Batterieforschung und -produktion bestens aufgestellt ist. Schon jetzt können wir die gesamte Wertschöpfungskette von der Entwicklung bis zum Recycling zukünftiger Energiespeichergenerationen im Pilotmaßstab abbilden. Im nächsten Schritt werden wir mit unseren Partnern in der Fraunhofer Gesellschaft, insbesondere dem Fraunhofer Projektzentrum für Energiespeicher und Systeme ZESS die industrielle Massenfertigung strategisch weiterentwickeln. Gemeinsam wollen wir die Energiewende künftig auch in der neuen Batteriezellen-Forschungsfabrik voranbringen", sagt Prof. Anke Kaysser-Pyzalla, Präsidentin der TU Braunschweig.

Prof. Arno Kwade, Sprecher der Battery LabFactory Braunschweig, der den Antrag federführend verfasst hat, sagt: "Wir freuen uns sehr, dass unsere konsequenten Forschungsanstrengungen zu einzigartigen Kompetenzen in der Batteriezellfertigung und dem Batterierecycling geführt haben. Diese Kompetenzen sind heute eine ausgezeichnete Basis für die Ansiedlung von Unternehmen wie Zell- und Komponentenherstellern wie auch Forschungseinrichtungen im zukünftigen Batteriecluster der Region Braunschweig."

Mit seiner Förderinitiative will das BMBF die Weiterentwicklung von Zellen und Batteriekonzepten vorantreiben. Der Bund hat angekündigt, für die Ausstattung der geplanten Forschungsfabrik bis zu 500 Millionen Euro bereitzustellen. Der am besten geeignete Standort soll im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs ermittelt werden.

Sollte sich Niedersachsen im Auswahlverfahren durchsetzen, will das Land die erforderlichen Mittel - vorbehaltlich der Bereitstellung durch den Niedersächsischen Landtag als Haushaltsgesetzgeber - für Grundstück und Gebäude sowie nach einer positiven Zwischenevaluierung auch für einen späteren Erweiterungsbau bereitstellen. Insgesamt würde das eine Förderung der Forschungsfabrik in Höhe von bis zu 185 Millionen Euro bedeuten. Darüber hinaus verfolgt die Landesregierung eine langfristige und nachhaltige Strategie zur Förderung der Batterie- sowie der verbundenen Produktionsforschung in Niedersachsen. In den vergangenen Jahren hat das Land bereits mehr als 63 Millionen Euro in personelle und infrastrukturelle Maßnahmen zur Förderung der Batterieforschung investiert. Für die kommenden fünf Jahre sind weitere Fördermittel in Höhe von rund 55 Millionen Euro avisiert.

Die Standortentscheidung ist für Sommer 2019 geplant.

 

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