Braunschweig/Hannover. Niedersachsen geht mit dem Standort Braunschweig-Salzgitter ins Rennen um ein neues Technologie- und Innovationszentrum Wasserstofftechnologie für Mobilitätsanwendungen. Die Konzeptskizze reichte die Allianz für die Region GmbH als Antragsteller gemeinsam mit dem Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) der Technischen Universität Braunschweig unter Mitwirkung von zwölf weiteren Partnern und rund 80 Unterstützern - darunter auch das Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) -  am Mittwochabend (20. Januar 2021) beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ein. Das Ministerium rief im November 2020 zu diesem Wettbewerb auf, um potenzielle Standorte für den Aufbau eines Wasserstoffzentrums zu identifizieren, die sich auf die Wertschöpfungskette der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie für Mobilitätsanwendungen konzentrieren. Für Niedersachsen arbeitete ein 20-köpfiges Antragskonsortium aus den Teilregionen Südostniedersachsen, Südniedersachsen und Hannover an der Konzeptskizze. Der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil unterstützt die gemeinsame Bewerbung. Er sieht in dem geplanten Technologiezentrum „einen wichtigen Baustein in Richtung klimaneutraler Mobilität“. Das geplante Zentrum soll Think Tank, Entwicklungszentrum und Praxiscampus werden, um zukunftsweisende Mobilitätsanwendungen im Rahmen der Wasserstofftechnologien zu ermöglichen.

Für die niedersächsischen Teilregionen Südostniedersachsen und Südniedersachsen mit ihren Oberzentren Braunschweig, Göttingen, Salzgitter und Wolfsburg und den Landkreisen Gifhorn, Göttingen, Goslar, Helmstedt, Holzminden, Northeim, Peine und Wolfenbüttel sowie die Region Hannover nimmt das Thema Wasserstoff bereits jetzt einen wichtigen Stellenwert ein. Sie sind die Heimat von wichtigen industriellen Unternehmen, die Wasserstoff als elementares Zukunftsthema adressieren und ausbauen. Einrichtungen wie das NFF, die Open Hybrid LabFactory (OHLF), das Niedersächsische Forschungszentrum für Luftfahrt (NFL) oder die BatteryLab Factory (BLB) sind unter anderem etablierte Partner für die Entwicklung und Umsetzung zukunftsweisender Projekte im Bereich Mobilität der Zukunft und genießen europäisches und internationales Ansehen. Hinzu kommen Initiativen wie der Wasserstoffcampus Salzgitter, die die große Bereitschaft der beteiligten Akteure für eine klimaneutrale Zukunft entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufzeigen und realisieren.

„Das Zentrum soll gerade kleine und mittlere Unternehmen bundesweit dabei unterstützen, im internationalen Wettbewerb mitzuhalten. Das wird auch die regionalen Wertschöpfungsketten stärken“, betont Dr. Ulrike Witt, die Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Braunschweig.

„Mit der Teilnahme am Standortwettbewerb und einer starken Gemeinschaft aus Forschung, Entwicklung, Wirtschaft und Wissenschaft sowie Verwaltung und Politik sehen wir erhebliches Potenzial, zur nachhaltigen Verkehrs- und Energiewende beizutragen und die derzeitigen Aktivitäten im Bereich der Wasserstofftechnologien zu ergänzen, zu stärken und weiter auszubauen“, sagt Ulrich Markurth, Aufsichtsratsvorsitzender der Allianz für die Region und Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig.

Konzeptidee am Standort Braunschweig-Salzgitter

Mit dem Standort Braunschweig-Salzgitter werden starke Kompetenzen aus Wirtschaft und Wissenschaft miteinander verbunden, um die notwendige Schlagkraft zu entfalten. Der Standort bietet für das geplante Technologie und Innovationszentrum eine ausgebaute und eng vernetzte Infrastruktur sowohl auf energiewirtschaftlicher als auch forschungs- und industriebasierter Ebene. Das Konzept umfasst vier Themenschwerpunkte: Offene Plattform für wasserstoffbasierte Mobilität, Innovationsstelle KMU und Start-up, Zertifizierungs- und Pränormierungsstelle sowie Entwicklungs- und Anwendungsstelle. „Unsere Konzeptidee verfolgt den Ansatz der Bündelung regionaler sowie bundesweiter Kompetenzen hinsichtlich wasserstoffbasierter Brennstoffzellentechnologie für unterschiedliche Mobilitätsanwendungen wie PKW, Flugzeug, Bahn oder Schiff“, sagt Prof. Thomas Vietor, Vorstandssprecher des NFF. Hierdurch werde ein starkes Netzwerk aus national und international agierenden Industrie- und Forschungsinstitutionen geschaffen, die sich thematisch und infrastrukturell ergänzen und bestehende Lücken im Kontext des geplanten Zentrums schließen.

Über den Standortwettbewerb

Auslobende Institution des Wettbewerbs ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Für die Durchführung des Wettbewerbs sind die Programmgesellschaft Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie NOW GmbH und der Projektträger Jülich (PtJ) zuständig. Die NOW übernimmt die fachliche Betreuung im Zusammenhang mit der programmatischen Ausrichtung und Jülich die fachliche Betreuung zur Umsetzung des Wettbewerbs.

Nach Begutachtung der eingereichten Beiträge durch die NOW und den PtJ sollen voraussichtlich im März bis zu drei Standorte vom Ministerium ausgewählt werden, für die das BMVI jeweils eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gibt. Analysiert werden darin die grundlegenden Umsetzungsaspekte zum Aufbau und Betrieb eines solchen Anwenderzentrums am jeweiligen Standort unter Berücksichtigung der rechtlichen, technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Auf Basis dieser Studien und der enthaltenen Empfehlung ist eine Umsetzung für den am besten geeigneten Standort durch das BMVI geplant. Mit einer finalen Standortentscheidung rechnen die Antragsteller frühestens im Herbst 2021.

Antragskonsortium sowie beteiligte und unterstützende Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft

Gleichberechtigt unter der Allianz für die Region GmbH als Antragsteller und gemeinsamer Koordination mit dem Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik der Technischen Universität Braunschweig (NFF) und dem Projektbüro Südostniedersachsen haben sich die Robert Bosch Elektronik GmbH, das Fraunhofer IST, die IAV GmbH, die Region Hannover, die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, die Physikalisch Technische Bundesanstalt (PTB),die Südniedersachsenstiftung und die TLK-Thermo GmbH zusammengefunden und den Antrag für Niedersachsen erstellt.

An der Skizze waren folgende Akteure direkt beteiligt:

Allianz für die Region GmbH, Technische Universität Braunschweig mit folgenden Einrichtungen, Zentren und Instituten: Niedersächsisches Forschungszentrum Fahrzeugtechnik, Niedersächsisches Forschungszentrum für Luftfahrt, BatteryLabFactory, OpenHybridLab Factory, Institut für Fahrzeugtechnik, Institut für Konstruktionstechnik, Institut für mobile Maschinen und Nutzfahrzeuge, Institut für Partikeltechnik, Institut für Thermodynamik, Institut für Verbrennungskraftmaschinen, Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik, Amt für regionale Landesentwicklung Braunschweig, Robert Bosch Elektronik GmbH, IAV GmbH, Fraunhofer IST, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Physikalisch Technische Bundesanstalt (PTB), Projektbüro Südostniedersachsen, Region Hannover, Südniedersachsenstiftung, TLK-Thermo GmbH sowie das Land Niedersachsen mit der Staatskanzlei sowie folgenden Ministerien: Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Unterstützt wird die Skizze durch folgende Institutionen:

Alstom Transport Deutschland GmbH, Amt für regionale Landesentwicklung Braunschweig, Arbeitgeberverband Braunschweig e.V., Automotive Nord e.V., Avacon AG, Bertrandt Technologie GmbH, Braunschweig Zukunft GmbH, BS|ENERGY, Buses4Future GmbH, CLAAS KGaA mbh Corporate R&D, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), eck*cellent IT GmbH, ELO Mobility GmbH, EnergieForschungszentrum Niedersachsen, Faurecia GmbH, FAYAT BOMAG GmbH, Forschungsflughafen Braunschweig GmbH, Fraunhofer IFAM, Greenbox Global Holding GmbH, Gübau Logistics GmbH , GWG Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen mbH, H2 Mobility GmbH, H2 Region Emsland, HAKO GmbH, hannover Impuls GmbH, IG Metall Niedersachsen / Sachsen-Anhalt, IHK Braunschweig, IHK Hannover, IHK Lüneburg-Wolfsburg, Ingenieurbüro Kuhn und Partner mbB, Institut für Automobilwirtschaft und industrielle Produktion, ITK Engineering GmbH, ITS Mobility e.V., ITS Mobility GmbH, Komatsu GmbH, Kraftwerk Mehrum, Landkreis Gifhorn, Landkreis Goslar, Landkreis Helmstedt, Landkreis Wolfenbüttel, Leichtwerk AG, Logistikportal Niedersachsen e.V., MAN Energy Solutions, Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH & Co. KG, nass magnet GmbH, NavCert GmbH, Niedersachsen Metall, Paus Maschinenfabrik GmbH, Regionalverband Großraum Braunschweig, Salzgitter AG, Schnellecke Group AG & Co. KG, Shell Deutschland GmbH, Stadt Braunschweig, Stadt Salzgitter, Stadt Wolfsburg, Stadtentwässerung Hannover, Stadtwerke Peine, Stadtwerke Wolfsburg AG, TLK-Thermo GmbH, TÜV NORD Mobilität GmbH & Co. KG, Universität Göttingen, Unternehmerverbände Niedersachsen e.V., üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG, Veolia Energie Deutschland GmbH, Verband der Metallindustriellen Niedersachsens e.V., Verein Wirtschaft in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg e.V., Wandt Spedition Transportberatung GmbH, WEVG Salzgitter GmbH & Co KG, Wirtschafts- und Tourismusfördergesellschaft Landkreis Peine mbH (wito gmbh), Wirtschaftsförderung Region Goslar GmbH & Co.KG, Wirtschaftsförderung Salzgitter GmbH, Wirtschaftsregion Helmstedt GmbH, WiTech GmbH, Wolfsburg AG, ZF Group - Wabco GmbH.

Ansprechpartner:

Thomas Ahlswede-Brech

Allianz für die Region GmbH | Programmleitung regionale Mobilitätsprojekte Projektbüro Südostniedersachsen

Telefon: +49 (0)531/1218-170

E-Mail: thomas.brech@allianz-fuer-die-region.de

Dr.-Ing. Wolfgang Bartsch

Technische Universität Braunschweig Niedersächsisches Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) | Geschäftsführer Braunschweig Forschungsflughafen

Telefon: +49 (0)531/39166001 | Mobil: +49 (0)172/1499360

E-Mail: w.bartsch@tu-braunschweig.de

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